Wer die News verfolgt hat, wird von der Gruppenvergewaltigung in einem Neuköllner Jugendclub gehört haben. Ein Fall, der nun in die Medien gekommen ist, aber wie viele Fälle gibt es, die totgeschwiegen oder gar vertuscht werden.
Denn der eigentliche Skandal ist, dass hier die Täter mehr geschützt werden als das Opfer. Das Jugendamt und die Betreuer haben frühzeitig von der Tat erfahren. Allerdings wollte man die Angelegenheit zunächst vertuschen. Die zuständige Stadträtin Sarah Nagel von der Linkspartei gibt nun an: „Das Jugendamt hat zunächst entschieden, nur dann eine Strafanzeige zu stellen, wenn hierfür auch das Einverständnis des Opfers vorliegt.“
Was die Stadträtin offenbar nicht weiß ist, dass es sich bei sexueller Gewalt um ein Offizialdelikt handelt und es anders als bei Beleidung oder vorsätzlicher Körperverletzung es dem Opfer nicht überlassen wird, einen Strafantrag zu stellen. Frau Nagel und alle anderen Verantwortlichen hätten umgehend handeln müssen, es handelt sich schließlich um sexuelle Gewalt in mehreren Fällen gegen eine Minderjährige. Ein Offizialdelikt ist in Deutschland eine Straftat, die von der Staatsanwaltschaft von Amts wegen verfolgt wird.
Als oberste Amtsleiterin wäre es die Pflicht von Frau Nagel gewesen, die Staatsanwaltschaft sofort zu informieren und Ermittlungen einleiten lassen zu müssen. Möglicherweise passte es aber nicht in die linke Ideologie, dass das Opfer deutsch war und die Täter nicht. Hätte ein AfD-Aufnäher bei einem der Täter eine andere Wirkung gezeigt?
Das Bezirksamt schreibt weiter: „Ungeklärt ist die Frage, ob die Rahmenbedingungen zum institutionellen Kinderschutz in der Einrichtung ausreichend waren. […] Die Schutzkonzepte der Einrichtungen werden ebenso überprüft wie interne Strukturen und Abläufe.“ Es ist zu begrüßen, dass nun auf äußeren Druck etwas Bewegung in die Angelegenheit kommt. Man muss aber fragen, warum wurde das in den Jahren davor versäumt.
Am Wochenende sind tausende an der Siegessäule für Kinderschutz auf die Straße gegangen. Eines von vielen Themen, die in der Hauptstadt einen größeren Stellenwert haben sollten als Tennisrunden und verwaiste Baustellen.






